Rundreise Botsuana, Victoria Falls und Krüger Nationalpark 2007

Elefanten, Löwen, Giraffen, Zebras, schon als Kind hatte ich diese Tiere im Zoo bewundert, jetzt war es an der Zeit sie auch einmal in freier Wildbahn zu erleben. Das Ziel stand also fest: Afrika! Aber wohin genau war die Frage. Auf der Suche stieß ich auf Botsuana. Mit vielen Nationalparks und einer für Afrika beispiellosen Stabilität ein geradezu prädestiniertes Land um die afrikanische Natur kennen zu lernen. Als Reiseform stellte sich eine Overland Tour als ziemlich gute Wahl heraus: Man muss sich um nichts kümmern, ortskundige Fahrer wissen wo die besten Beobachtungsplätze sind, viel Bewegungsspielraum während der Fahrten und beim Fotografieren und in den Nationalparks bekommt man traumhafte Campingplätze mitten in der Natur, die für Individualtouristen nicht zugänglich sind. Glück war natürlich, das wir auf der Tour nur zu sechst plus Guide plus lokalen Guides und Fahrern waren. Und so begann unsere Tour dann auch in Johannesburg ...

Von Johannesburg nach Botsuana

Fünf mutige Touris trafen sich am frühen Morgen im Drifters Inn Jo'burg um gemeinsam die Wildnis Afrikas kennen zu lernen. Liz und Forest aus den USA, Daniel und Devon aus Australien und ich. Merle, auch aus Australien sparte sich die lange Anfahrt und traf erst in Maun zu uns. Und dann war da natürlich auch noch Tim unser Guide.

Wir brachen zeitigen auf. In einem Land Cruiser mit Fahrer ging es Richtung Martin's Drift, der Grenze zu Botsuana. Wir kamen an vielen privaten Tierfarmen vorbei und überquerten den Wendekreis des Steinbocks. bevor wir gegen Mittag die Grenze passierten. Am späten Nachmittag erreichten wir dann unser erstes Ziel, die Nata Lodge.

Nata

Zwei Nächte verbrachten wir auf dem Campingplatz der Nata Lodge. Eigentlich hätte es ja nur eine sein sollen, aber nach der Fahrt durchs Nata Bird Sanctuary gab es ein Problem mit dem Truck und wir mussten einen Tag am Pool der Lodge verbringen anstatt die Makgadikgadi Pans zu erkunden bis das Problem behoben war. Wir hätten schon gerne in den Pans übernachtet, aber alle waren froh, dass wir in der Lodge mit Pool und Bar gestrandet waren und nicht mitten im nirgendwo. So nutzen wir die Gelegenheit uns bei Castle und Windhoek besser kennen zu lernen. Weitere Ausfälle gab es während der Reise dann keine mehr.

Abends kommen Bushbabies zu ihrer Futterstelle an der Bar der Lodge. Sie waren sehr vorsichtig und nachdem sie sich etwas zu Essen geschnappt hatten hüpften sie mit einem riesen Sprung sofort wieder in ihren Baum, nur um kurz darauf für das nächste Stückchen wieder zurück zu kommen.

Drifters hat einen eigenen Bereich auf dem Campingplatz der Nata Lodge in dem wir unsere Zelte aufgeschlagen hatten. Die Zelte waren recht groß, man konnte darin aufrecht stehen und da wir nur so wenig Teilnehmer waren konnte auch jeder der wollte sein eigenes Zelt haben. Wenn die Tour voll besetzt ist, müssen sich immer zwei ein Zelt teilen.

Nata Bird Sanctuary

Unsere erste Pirschfahrt ging ins Nata Bird Sanctuary, ganz in der Nähe der Lodge. Dieses Gebiet gehört schon zu den Makgadikgadi Pans und sollte unser einziger Abstecher dorthin sein, da ja der Truck von diesem Ausflug nicht unbeschadet zurück kam.

In der Regenzeit bilden sich in den Pans riesige flache Seen, die dann immer mehr Austrocknen. Trotz des relativ hohen Salzgehalts dienen die langsam austrocknenden Tümpel die Tieren als Wasserstelle.

So lange die Seen noch genügend Wasser führen leben darin Fische und unzählige Kleinstlebewesen und machen die Pans zum Paradies für Wasservögel. Riesige Kolonien von Flamingos bevölkern dann die Seen. Aber auch Kraniche und Reiher finden in der Regenzeit genügend Nahrung.

Maun

Von Nata führte uns unser Weg nach Maun, wo wir eine Nacht im Drifters Maun Camp verbrachten, bevor es ins Okavango Delta ging. Der große Garten bietet vielen Vögeln ein Zuhause.

Das Camp liegt direkt am Boteti River, der oft ganz ausgetrocknet sein soll, aber bei unserem Besuch reichlich Wasser führte.

Okavango Delta

Am Morgen startet unser Flug ins Okavango Delta mit zwei kleinen jeweils fünfsitzigen Maschinen. Wir haben uns für die längere Variante entschieden und fliegen daher in einer großen Schleife über Chiefs Island, anstatt des direkten Weges. Der Flug ist sehr beeindruckend und gibt einen guten Überblick über das einzigartige Ökosystem des Okavango Deltas. Im größten Binnendelta überhaupt verzweigt sich der Okavango in unzählige kleine Arme und Kanäle und versickert schließlich in der Kalahari. Nach ungefähr einer dreiviertel Stunde erreichen wir schließlich unseren Zielflughafen, eine staubige Piste mitten im Delta.

Nach unserer Landung werden wir gleich von einer Warzenschwein-Familie begrüßt, die sich mit aufgestelltem Schwanz schleunigst aus dem Staub macht.

Die Gabelracke ist der Nationalvogel Botsuanas. Auf der Reise sollten wir noch jede Menge dieser schönen Vögel zu Gesicht bekommen. Der Graufischer gehört zu den Eisvögeln. 

Die ersten Antilopen die uns begegnen sind Impalas und es sollten noch unzählige folgen. Moorantilopen sind schon seltener und unterscheiden sich von Impalas hauptsächlich durch die andere Hornform.

Nachdem wir mit einem Jeep von der Landebahn bis an einen Flussarm gebracht wurden stiegen wir um in Mokoro um zu unserem Lager zu kommen.

Unser Camp war auf einer kleinen Insel, die Baobab Island hieß. Da aber der namesngebende Affenbrotbaum ein paar Wochen vorher umgestürzt war, wird die Insel vorläufig Fallen-Tree Island genannt. Kaum hatten wir unser Lager erreicht wurden wir direkt von Shaku, unserem lokalen Guide, abgeholt um unseren ersten Elefanten zu bewundern. Die Elefanten finden nämlich den umgestürzte Affenbrotbaum sehr lecker. Also nähern wir uns angeführt von Tim und Shaku in gehörigem Sicherheitsabstand den Elefanten.

Ein junger Bulle aus der Herde findet uns jedoch sehr interessant und einer nähren Betrachtung wert. Als er auf uns zu kam zogen wir uns vorsichtig zurück. Da der Elefant jedoch immer näher kam, mussten wir schließlich auf den umgestürzten Baum klettern, um so den Baum zwischen uns und dem Elefanten zu haben. Vom Baum aus konnten wir dann gemütlich und aus nächster Nähe dem Elefanten dabei zusehen wie er sich das Laub des Baumes schmecken ließ. Nach einem kleinen Snack beschloss er dann zu der Herde zurück zu kehren und wir konnten unsere Zufluchtsstätte wieder verlassen.

Die Elefanten hielten sich noch den ganzen Tag in der Nähe auf und wir konnten sie vom Lager aus beim Fressen Hören. Abends zogen sie dann durch das Gebüsch direkt hinter meinem Zelt und auch beim Zubettgehen staunte Tim nicht schlecht, als ihm ein Elefant direkt neben ihm beim Zähneputzen behilflich sein wollte.

Das traditionelle Fortbewegungsmittel im Delta ist das Mokoro, ein Einbaum für ca. zwei Personen. Früher wurden die Mokoros aus Holz gefertigt, heute verwendet man auch Kunststoffkonstuktionen. Ein Mokoro wird ähnlich den Gondeln in Venedig oder den Stocherkähnen in Tübingen mit einer Stange bewegt und gesteuert.

Das Okavango Delta ist ein Paradies für Vögel aller Art. Es gibt reichlich Früchte und Samen, Insekten und auch viele Wasserbewohner. Der Marabu gehört zwar zu den Störchen, aber er ernährt sich hauptsächlich von Aas.

Eine etwa zweistündige Mokoro Tour am Abend war der ruhige Ausklang des ersten aufregenden Tages im Delta. Fast geräuschlos glitten die Mokoros durch die kleinen Kanäle und alles was man hörte waren die Stimmen der Natur.

Die beste Zeiten Tiere zu beobachten sind der Morgen und der Abend. So ging es am nächsten Morgen zeitig los, wieder im Mokoro. Unser Weg führte uns zurück auf die Insel mit der Landebahn, vorbei an Bäumen voller Schlangenhalsvögel, die auf Fische warteten oder ihr Gefieder trockneten.

Auf der Insel unternahmen wir unsere erste Wanderung. Aus der Entfernung konnten wir Antilopen sehen. Elefanten trafen wir dieses Mal keine, aber an den Bäumen war deutlich zu erkennen, dass die Dickhäuter hier gerne mal zum Knabbern vorbeikommen. Zurück im Camp wurden wir von einem Specht begrüßt, der direkt über unseren Köpfen drauflos hämmerte.

Bei einer weiteren abendlichen Mokoro-Fahrt trafen wir auf Flusspferde. Diese harmlos und schwerfällig wirkenden Tiere können doch ziemlich ungemütlich und flink werden wenn sie sich bedroht fühlen. Auf ihr Konto gehen die meisten von Wildtieren verursachten Todesfälle. Also blieben wir in sicherer Entfernung. Ibise und andere Wasservögel nutzen die frühen Abendstunden um in großen Schwärmen auf Jagd zu gehen.

Ein weiterer Tag neigte sich dem Ende. In den letzten Sonnenstrahlen leuchtete das Schilf und spiegelte sich im absolut ruhigen Wasser.

Im Morgengrauen brachen wir zu einer weiteren Erkundungstour auf, dieses Mal direkt auf der Insel die unser Camp beherbergte. Da die Insel nicht sehr groß war und wir zu Fuß unterwegs waren mussten wir schon bald durch etwas knietiefes Wasser zur Nachbarinsel waten. Aber die Mühe hatte sich gelohnt, trafen wir doch bald darauf auf eine Giraffenfamilie beim Morgenspaziergang.

Schon von weiten hörten wir auf unsere Wanderung das Bellen der Paviane, aber es dauerte noch etwas bevor wir die Familie auch sehen konnten. Da diese wild lebenden Paviane so gut wie keinen Kontakt mit Menschen hatten, interessierten sie sich auch nicht besonders für uns. In Gegenden wo sie jedoch durch unvernünftige Touristen gefüttert werden, werden sie zur Plage, da sie dann aggressiv um Futter betteln.

Die relative Unberührtheit des Deltas führt auch dazu, das man auch zu Fuß sehr nahe an die Vögel herankommt, da sie den Menschen nicht als Bedrohung auffassen.

Immer wieder begegneten uns auf der Wanderung Antilopen. Um die Mittagszeit kehrten wir dann ins Camp zurück um zu Mittag zu essen uns von der mehrstündigen Wanderung zu erholen.

Am Abend brachen wir zu einer weiter Sonnenuntergangs-Mokoro-Tour auf. Dabei kamen wir einem Flusspferd ziemlich nahe und es entstand der danach ziemlich häufig wiederholte Spruch: "Keine Sorge, die fressen dich nicht ... die bringen dich nur um". Abends öffnen sich auch die Blüten einer Seerosenart, die von Fledermäusen bestäubt wird. Sie unterscheidet sich von den tagblühenden Seerosen durch die gezackten Blätter.

Die Kanäle des Deltas werden gesäumt von Unmengen Papyrus.

Sonnenuntergänge im Delta sind ein sehr sinnliches Erlebnis. Es strahlt eine ungeheure Ruhe aus, wenn die letzten Strahlen das Wasser und den Himmel rot färben. Danach ist jedoch Eile angesagt, denn es gilt zurück im Camp zu sein bevor die Flusspferde zu ihren nächtlichen Ausflügen aufbrechen.

Das Drifters Camp im Delta besteht aus mehreren fest aufgestellten Zelten, einem großen Koch-Essbereich und natürlich aus der Bar (die große weiße Kiste, die dafür sorgt, dass das Bier schön kalt bleibt). Während der ganzen Reise hat sich Tim hervorragend ums Essen gekümmert, wir mussten nur manchmal beim Kleinschnippseln helfen und abwaschen.

Die Kanäle im Delta würden rasch wieder zuwachsen, wenn nicht die Flusspferde sie frei halten würden. Sie benutzen sie auf ihren Ausflügen als Straßen und sorgen so dafür, dass wir tagsüber mit dem Mokoro durchkommen.

Da die Zeit im Delta sich auch schon dem Ende neigte brachen wir wieder auf um zurück zur Piste zu kommen. Erst ging es mit dem Mokoro zurück und danach weiter mit dem Jeep zur Landebahn. Abgeholt wurden wir von einer zwölfsitzigen Maschine, die uns auf direktem weg nach Maun bringen sollte.

Maun

Drifters unterhält bei Maun ein eigenes Camp mit Bar und kleinem Swimmingpool. Da wir die einzigen Gäste waren konnten wir unsere Zelte direkt neben der Bar aufschlagen, mit herrlichem Blick über den Fluss.

Am Abend kann man den Sonnenuntergang gemütlich am Swimmingpool sitzend genießen während der Himmel glutrot leuchtet.

Moremi

Am nächsten Morgen ging es los in Richtung Nationalparks. Schon auf dem Weg konnten wir die ersten Zebrastreifen beobachten.

Am Campingplatz direkt am Eingang des Moremi Nationalparks machten wir Mittagspause. Ein neugieriger Rotschnabeltoko beobachtete uns und hoffte wohl etwas von den Sandwiches abzubekommen.

Ein Rascheln im nahen Gebüsch machte uns auch neugierig und wir fanden ein Buschhörnchen bei der Nahrungssuche. Aber das Buschhörnchen war nicht alleine es hatte noch ein paar Zwergmangusten als Begleitung. Wir haben auch neue Begleitung bekommen, einen lokalen Guide der uns durch die Parks führt. Botsuana legt großen Wert darauf, dass immer ein einheimischer Reisebegleiter dabei ist.

Nach dem Mittagessen ging es dann weiter in den Park. Wir waren recht spät dran und mussten uns beeilen um noch vor Anbruch der Dunkelheit unseren Rastplatz zu erreichen.

Auch in Moremi leben unzählige Vogelarten. Da es in diesem Teil nicht so sumpfig war, konnte man häufig am Boden lebende Vögel beobachten. Der Moremi Nationalpark liegt am östlichen Rand des Okavango Deltas so dass ein Teil aus Wasser und Sumpf besteht und ein anderer aus typisch afrikanischer Steppe. An den zahlreichen Wasserlöchen findet man aber auch viel Wasservögel. Wo es ein so reichhaltiges Nahrungsangebot hat fehlen natürlich auch nicht die Fleischfresser.

Im Moremi leben auch viele Elefanten. Ab einem bestimmten Alter müssen sich die jungen Bullen aus der Herde entfernen und ziehen dann als Junggesellen alleine durch die Gegend. Wie echte Teenager können sie recht launisch sein und sind mit Vorsicht zu geniesen. Elefanten sind fast ständig am Fressen, kein Wunder, denn sie brauchen Unmengen an schwer verdaulichem Grünzeug um einen so riesigen Körper zu versorgen.

Gnus gehören zu den Antilopen und leben eigentlich in größeren Herden. Manchmal sind sie aber auch in kleinen Gruppen anzutreffen.

Die Dämmerung brach schon herein und wir hatten unser Ziel noch immer nicht erreicht als wir auf ein neues Hindernis trafen. Mitten aud dem Weg vor uns hatten es sich zwei Löwen gemütlich gemacht. Einer von ihnen sprang aber schon bald auf und interessierte sich sehr für ein in einiger Entfernung grasendes Zebra. Die Löwin sah das ganze gemütlicher und blieb auf dem Weg liegen. Da es schon recht dunkel war kam auch der Blitz zum Einsatz, eigentlich hatte ich gefürchtet das könnte die Löwen stören, aber die interessierte das überhaupt nicht. Nicht mal den Kopf haben sie umgedreht, um zu schauen was da los ist. Gerne hätten wir noch länger geschaut aber wir mussten los.

Es war schon richtig dunkel als wir unseren Lagerplatz erreichten. Wir waren aber eigentlich ganz froh, dass wir nach den Löwen noch ein ganzes Stück weiter mussten Gut dass sich unsere Führer auskannten, denn die einzige vorhanden Infrastruktur war die Campingplatznummer an einem Baum. Also schlugen wir unsere Zelte auf und ließen uns das Abendessen am Lagerfeuer schmecken.

 

Im Morgengrauen ging es dann los zu einer Pirschfahrt. Zelte und Anhänger ließen wir im Camp zurück. Im ersten Licht entdeckten wir gleich eine Mangustenfamilie.

Vom Campingplatz an der 3rd Bridge hatte ich schon im Reiseführer gelesen. Dort dürfen Individualtouristen im Park übernachten und es gibt auch einfache sanitäre Einrichtungen. Aber ich war ganz froh, dass wir an speziellen Plätzen für Gruppen, umgeben von nichts als Natur übernachten durften. Da die 3rd Bridge ziemlich bekannt ist, hatte ich sie mir irgendwie anders vorgestellt. Unsere beiden Führer mussten sie erstmal begutachten bevor wir mit dem doch recht schweren LKW darüber fahren konnten.

Man merkt schon früh wenn man sich einem Wasserloch nähert, denn in dem Büschen sind vermehrt Wasservögel zu finden. Ein Wasserloch bietet Nahrung für alle Arten von Wasservögeln. Die Wasservögel lassen sich auch von den Krokodilen nicht beieindrucken, die zahlreich den Tümpel bevölkern.

Man trifft immer wieder auf große Herden von Impalas.

Elefanten haben kaum natürliche Feinde, nur so lange sie klein sind besteht die Gefahr einem Raubtier zum Opfer zu fallen. Deshalb kümmern sich die Elefantenmütter sehr um ihren Nachwuchs. Als Erwachsene werden sie einmal riesig sein, aber die kleinsten der Elefanten schaffen es kaum über das hohe Gras zu schauen.

Gegen Mittag kehrten wir ins Camp zurück um Mittag zu essen und das Camp abzubauen. Danach brachen wir auf um unseren neuen Übernachtungsplatz diesmal noch bei Tageslicht zu erreichen.

Die Sonne stand schon recht tief als wir einen See erreichten in dem sich eine größere Flußpferdherde aufhielt. Zu unserer Überraschung war hier auch unser zweites Camp in Moremi, direkt neben dem See. Wir bauten wieder unsere Zelte auf und hatten die Buschtoilette mit der besten Aussicht der Welt, mit direktem Blick auf den See den die Abendsonne rot färbte und die Flusspferde sich gegenseitig angrunzten. In der Nacht besuchte uns ein Kauz und ließ sich genau auf dem Baum über uns nieder.

 

Am Morgen mussten wir schnell unser Lager abbrechen, und wieder ging es auf Pirschfahrt. Zu unserer großen Freude entdeckten wir einen männlichen Löwen, obwohl er versuchte sich hinter einem Termitenhaufen zu verstecken. Es gibt ein wunderbares Buch einer englischen Familie die in Moremi an einem Löwenforschungsprojekt teilnimmt. Drei der Kinder erzählen vom Leben im Busch und wie sie ihre Eltern bei der Forschung unterstützen: "Wir Löwenkinder" von Angus, Maisie und Travers McNeice (ISBN-13: 978-3785720868). 

Auch wenn wir jetzt schon eine Weile unterwegs waren, so gab es doch immer wieder neue Tierarten zu sehen, die wir zuvor noch nicht entdeckt hatten.

Um Moremi wieder zu verlassen mussten wir zuerst zurück zum Südeingang und dann den Weg außerhalb des Parks nehmen, da im Park selbst die Strecke zum Nordausgang unpassierbar war.

 

Savuti

Aber trotz Umweg erreichten wir den Savuti Park, der ein eigener Teilbereich des Chobe Nationalparks ist. Am Weg entdeckten wir riesige Schwärme kleiner Vögel. Fast wie ein Bienenschwarm wirken die Formationen der Blutschnabelweber.

Wie bei den menschlichen Fingerabdrücken, so ist auch jedes Zebramuster einzigartig.

Es kommt schon vor, dass ein Elefant es sich mitten auf der Straße gemütlich macht. Dann bleibt nichts anders übrig als zu warten bis er die Straße wieder freimacht.

Immer wieder entdeckten wir neue Arten von Vögeln in den Büschen an den Wegen. Dank unserer Vogelkenner waren sie meist schnell bestimmt. Während die kleinen Vögel schwer zu entdecken waren, waren die Straße nicht zu übersehen.

Gegen Mittag fing es an zu Regnen und so blieb es gen ganzen Nachmittag. Wir hatten Glück dass es nur noch ganz leicht nieselte als wir unser Zelte aufstellten und zu Abend aßen. Wir gingen dann ach früh ins Bett um am nächsten Morgen zum Chobe aufzubrechen.

Chobe

Normalerweise soll der Chobe ein eher kleiner Fluss sein, aber was uns erwartete glich eher einem riesigen See als einem Fluss. Obwohl Tim schon viele Jahre als Reiseführer unterwegs ist hatte er noch nie so viel Wasser im Chobe gesehen. Und nicht nur das, der Chobe floss auch in die umgekehrte Richtung. Der Sambesi führte nämlich so viel Wasser, dass ein Teil davon in den Chobe abfloss, normalerweise fließt der Chobe in den Sambesi. Durch das Hochwasser lag auch unser Camp direkt am Fluss obwohl der in normalen Zeiten nicht mal in Sichtweite ist.

Während Tim unser Abendessen zubereitete unternahmen wir mit unserem lokalen Guide eine frühabendliche Pirschfahrt. Nachdem wir zuvor schon mehrmals Schabrakenschakale gesehen hatten, entdeckten wir dieses Mal einen Streifenschakal.

Der Affenbrotbaum ist ein Symbol für Afrika. Fast auf dem gesamten Kontinent ist er verbreitet. Die Bäume können mehrere tausend Jahre alt werden, wenn sie nicht zuvor von Elefanten verspeist werden.

Leben und Tod sind ein zentrales Bestandteil der Natur, auch Elefanten enden schließlich als gefundenes Fressen für die Geier.

Am Abend fing es wieder leicht an zu regnen, so dass wir uns zum Uno spielen in ein Zelt verzogen.

Am Morgen sahen wir vorbeiziehende Gewitter, aber zum Glück blieben wir davon verschont, konnten aber schöne Regenbögen bewundern. Unser letzter Morgen in den Parks in Botsuana war angebrochen.

Wir unternahmen eine letzte Pirschfahrt, die uns auch gleichzeitig zum Parkausgang Richtung Kasane führte.

Auch wenn Büffel eher dümmlich wirken sind sie in Wirklichkeit ziemlich intelligent und gehen mit militärischen Strategien gegen ihre Feinde vor.

Flusspferde hatten wir schon oft gesehen, aber in einer kleinen Bucht im Überschwemmungsgebiet des Chobe entdeckten wir eine riesige Herde mit Tieren in jedem Alter, ganz kleine Baby-Flusspferde und riesige Bullen. Nachdem wir ausgiebig beobachtet hatten wie die kleinen Flusspferde mit ihren Müttern schmusten wurde es Zeit aufzubrechen zu unserer nächsten Station der Reise. Auf dem Weg nach Simbabwe machten wir in Kasane halt um uns mit Vorräten einzudecken, da die Versorgungslage in Simbabwe sehr unberechenbar war. Kasane ist ein nettes kleines Städtchen, wunderbar beschrieben in dem Buch: "Ein Engländer in Botswana" von Will Randall (ISBN-13: 978-3442460410).

Victoria Falls Simbabwe

Schon auf der Fahrt nach Simbabwe hatten alle gemischte Gefühle. Zum einen bietet das Land grandiose Natur aber zum anderen ist die gegenwärtige politische Situation nicht besonders vorteilhaft für das Land. Und auch das kleine Städtchen Victoria Falls hinterließ einen zwiespältigen Eindruck. Eigentlich ein netter kleiner Ort, der für Touristen alles bietet was man sich wünscht, aber auf der anderen Seite wird man nie das Gefühl los, dass hier die Touristen abgezockt werden wo es nur geht. Nirgendwo anders auf der Reise waren die Händler so aufdringlich. Aber wer will den Menschen schon verdenken dass sie alles versuchen um zu überleben in einer Situation in der des Geld morgen schon nur noch ein Bruchteil wert ist.

Ein krasser Gegensatz dazu ist das alt-ehrwürdige Victoria Falls Hotel. Im kolonialen Stil erbaut hat man auf seiner Terrasse einen wunderbaren Blick auf die Victoria Fälle. Um den Blick etwas länger genießen zu können gönnten wir uns auf der Terrasse stilecht ein lokales Zambezi Bier, während auf dem Rasen vor uns die Warzenschweine ihre Arbeit als Rasenmäher verrichteten.

Mosi-oa-Tunya, der Rauch der donnert, so heißen die Fälle in der lokalen Sprache und auch wenn der Rauch feinster Wassernebel ist, so ist das doch ein sehr passender Name. Victoria Fälle, dieser Name stammt von Livingstone, der die Fälle 1855 als erster Europäer besuchte. Und heute stand unser erster ganzer Tag in Victoria Falls auch ganz im Zeichen der Fälle. Livingstone ist wohl einer der berühmtesten Afrikareisenden. Ursprünglich war er als Missionar tätig aber schon bald reizte ihn das unbekannte...

Da es an den Zuflussgebieten des Sambesi dieses Jahr stark geregnet hatte war der Fluss voller Wasser und die Fälle meist hinter einer Nebelwand verborgen. In direkter Nähe der Hauptfälle wurde man in Sekundenschnelle total durchnässt. Ein Gewitterschauer ist nichts dagegen. Und auch im Drifters Victoria Falls Inn, obwohl mehrere Kilometer entfernt bekam man ab und zu einen kleinen Nieselschauer von den Fällen. Nach den Fällen verwandelt sich der Sambesi in reisendes Wildwasser. Normalerweise werden dort Rafting Touren angeboten aber wegen der Wassermassen war der Fluss gesperrt.

In aller Frühe am nächsten Morgen nahmen wir dann an einer typischen Touristenveranstaltung teil, einem Spaziergang mit Löwen. Drei junge Löwen zwischen sechs und zwölf Monaten begleiteten uns bei einer kleinen Wanderung durch den Busch. Da die Löwen an Touristen gewöhnt sind, interessierten sie sich nicht besonders für uns. Es ist ein sehr interessantes Erlebnis auf Berührungsnähe an einen Löwen heranzukommen, auch wenn diese noch sehr jung und relativ ungefährlich waren.

Die Löwenjungen stammen aus einem Nachzuchtprogramm und werden, wenn sie zu alt (=zu gefährlich) für die Spaziergänge werden in verschiedenen Parks wieder Rudeln zugeführt. Da Löwen keine enge Mutter-Kind Bindung haben und vom ganzen Rudel aufgezogen werden und da die wichtigsten Fähigkeiten, wie das Jagen erst später erlernt werden hat dieser Nebenjob kaum Auswirkungen auf die Entwicklung der kleinen Löwen.

Eine weiter Touristenattraktion an dem wir Teilgenommen haben war eine Safari auf einem Elefantenrücken. Zu zweit plus dem Elefantenführer auf einem Dickhäuter machten wir eine Tour durch einen privaten Park. Vor lauter festhalten auf dem schwankenden Elefanten blieb allerdings nur wenig Zeit die Umgebung zu betrachten und so bot die Tour außer dem Erlebnis auf einem Elefanten geritten zu sein und hinterher zu streicheln und füttern kaum neue Erfahrungen.

Ganz anders dagegen unsere abendliche Bootsfahrt auf dem Sambesi. Unser Gruppe hatte ein kleines Boot, nur für uns plus Bootsführer so dass wir die Abendstimmung oberhalb der Fälle genießen konnten. Durch das viele Wasser war die Strömung sehr stark, so dass wir uns den Fällen nicht zu sehr nähern durften aber am aufsteigenden Nebel waren sie deutlich zu erkennen und natürlich waren sie auch gut zu hören.

Mit einem Sonnenuntergang auf dem Sambesi brach dann unsere letzte Nacht in Simbabwe an. Wir ließen es uns noch einmal richtig gut gehen im Boma Restaurant mit vielen lokalen Spezialitäten, wie Impala Steak und Warzenschwein Filet.

Zurück Richtung Jo'burg

Leider ging unsere tolle Tour auch schon ihrem Ende entgegen. Von Simbabwe ging es zurück nach Kasane und von dort auf fast schnurgerader Straße nach Nata, wo wir unsere letzte Nacht verbrachten und der neuen Gruppe über unsere Erlebnisse berichteten.

Am nächsten Morgen brachen wir früh auf um Johannesburg am Nachmittag zu erreichen. Ein letzter Blick auf die vielen Wolken, die mit ihren flachen Unterseiten wie riesige Raumschiffe wirkten. Aber nur ein letzter Blick für diese Reise denn irgendwann werde ich wieder kommen ...

Die Botswana-Simbabwe Tour war damit zu Ende, aber die Reise im südlichen Afrika ging weiter und zwar zum Krüger Nationalpark in Südafrika.

Timbavati Lodge

Krüger Park

Blyde Canyon