Rundreise Ecuador 2006

Benannt nach der wohl bekanntesten geographischen Linie - dem Äquator - hat Ecuador mehr zu bieten als seine Lage auf dem 0-ten Breitengrad.

Die Anden zum Beispiel, die sich in Ecuador auf 6310m erheben und dafür sorgen, dass in Ecuador der einzige Punkt auf dem Äquator liegt, an dem das Thermometer unter 0°C fällt.

Oder El Oriente, der Osten Ecuadors, der neben dem für das Land so wichtige Öl auch eine unglaubliche biologische Vielfalt aufweist und als Rückzugsgebiet der letzten nach alten Traditionen lebenden Indigenas dient. Die aus den Anden kommenden Bäche vereinen sich im Oriente zu großen Flüssen, die Teil des Oberlaufs des Amazonas sind. Von dort startete auch die berühmte Erstbefahrung des Amazonas durch Francisco de Orellana.

Auch die Galapagos Inseln gehören zu Ecuador und werden genauer im zweiten Teil des Berichts beschriebenhttp://www.franzastisch.de/reisen/ecuador/galapagos_d.shtml.

Sogar die berühmten Panamahüte kamen schon immer und kommen noch heute aus Ecuador.

Die Geschichte Ecuadors reicht weit zurück, schon vor dem Vordringen der Inkas gab es Hochkulturen in Ecuador. Aber alle Herrscher hatten eine Gemeinsamkeit: Die Hauptstadt ihres Reiches lag an der selben Stelle wie heute Quito.

Quito

Wie die meisten ausländischen Besucher, so betrete auch ich in Quitos Flughafen zum ersten Mal ecuadorianischen Boden. Quito ist die Hauptstadt Ecuadors und auch die zweitgrößte Stadt des Landes. Eingezwängt von hohen Bergen zieht sich Quito auf 30km Länge wobei die Breite selten 4km übertrifft. Mit der Lage auf 2850m eignet sich Quito hervorragend um sich an die Höhe anzupassen bevor es noch höher in die Anden geht.

Ein Rundgang durch die 1979 zum UNESCO Weltkulturerbe ernannte Stadtmitte zeigt viele historische Gebäude und zahlreiche Kirchen und Klöster. Von der langen vorkolumbianischen Geschichte Quitos sind leider keine Bauwerke erhalten geblieben, da der letzte Heerführer der Inka im Angesicht einer sicheren Niederlage die Stadt zerstören ließ. Die Überreste wurden von den Spaniern zum Bau der Stadt verwendet, die am 6.12.1534 als San Fransisco de Quito neu gegründet wurde. 1563 wurde Quito Real Audiencia von Spaniens Krone. Nach der endgültigen Unabhängigkeit Ecuadors, das zuvor acht Jahre lang Teil Großkolumbiens war, wurde Quito die Hauptstadt.

Natürlich darf auch ein Besuch des Äquators nicht fehlen. 1735 wurde er zum ersten Mal bestimmt. Eine Expedition von Charles Marie de Condamine und Pierra Bargeur ermittelte die Lage und eine Länge von 40 000km. Daraufhin wurde ein Meter als 40Mio-Teil des Äquators definiert. Wie viel spätere, durch moderne Technik erst möglich gemachte, Messungen ergeben haben, geht der Äquator nicht durch das Denkmal, das an der Stelle des damals bestimmten Äquators steht, sondern knapp daneben. Und der Äquator ist auch etwas Länger als damals angenommen, so dass für einen Meter heute eine andere Definition gilt.

Ein Besuch auf dem Markt ist in Südamerika immer ein Erlebnis. Das reichhaltige Angebot von Früchten, von denen man nur wenige auch bei uns erhältliche kennt, lässt einem das Wasser im Mund zusammen laufen. Auch Fleisch und Fisch wird in großer Vielfalt angeboten. Interessant ist auch die Kräuterecke in der für jedes Wehwehchen das passende Kraut oder die passende Tinktur erhältlich ist.

Nebelwald bei Mindo

Nördlich von Quito befindet sich in der Nähe der kleinen Stadt Mindo ein weitreichendes Nebelwaldgebiet, das zu einem Tagesausflug einlädt. Besonders bekannt ist die Gegend auf Grund der Vielfalt der dort zu beobachteten Vogelwelt. Schon der Name Nebelwald deutet auf die große Luftfeuchtigkeit hin, die in dieser Gegend vorherrscht. Die Luftfeuchtigkeit ermöglicht es Pflanzen auf anderen Pflanzen so wachsen ohne von diesen schmarotzen zu müssen.

Beim Besuch des Nebelwaldes blieb es nicht nur beim Nebel, es regnete auch heftig. Trotz Regenschutzes wurden alle, nicht zuletzt auch durch das ständige Auf- und Abgehen, ziemlich durchnässt. Unser lokaler Führer tadelte uns weil wir keine Kleidung zum Wechseln aus Quito mitgebracht hatten, dabei hatte die Hälfte der Gruppe noch nicht mal in Quito etwas zum Wechseln, da ein Teil der Koffer immer noch nicht da war und die spanische Fluggesellschaft noch nicht einmal wusste wo sie sind.

Am Cotopaxi

Wir hatten Glück, die fehlenden Koffer kamen gerade noch rechtzeitig vor unserem Aufbruch aus Quito. Wir machten uns auf den Weg den Cotopaxi zu erkunden. Er ist mit 5.897 m der zweithöchste Berg Ecuadors und einer der höchsten aktiven Vulkane. Auf 4.800 m Höhe befindet sich die Jose-Ribas-Schutzhütte, bis zu ihr sind wir auch hinaufgeklettert. Vom höchsten Parkplatz sind das zwar nur 300 Höhenmeter, aber durch die feine Vulkanasche, geht man zwei Schritte vor und rutscht einen zurück. Dazu kommt noch die extreme Höhe und so brauchten wir dafür eine ganze Stunde. Hinunter ging es dann in 20 Minuten.

Auf dem Rückweg zu unserer Hazienda besuchten wir noch die Überreste einer Inka Befestigungsanlage "El Salitre".

Quilotoa

Quilotoa ist ein kleines Dorf und der Name einer Caldera und des darin befindlichen Kratersees. Das Dorf wird von meinem Reiseveranstalter durch Projekte unterstützt und wir wohnen in einem sehr einfachen Hostal. Am Abend wird im Haus unseres Herbergsvaters ein Festessen für uns zubereitet und auch für ein Unterhaltungsprogramm war gesorgt.

Cuy ist in Ecuador eine traditionelle Spezialität. Schon die Inka bereitet diese übergroße Meerschweinchenart zu. Auch heute leistet man sich die Indios Cuy nur zu besonderen Anlässen. Cuy schmecken recht lecker, ein bisschen wie Kaninchen. Und so wie bei uns Kaninchen, Lamm, Spanferkel gegessen wird, ist auch Cuy ein ganz normales Essen und nicht verwerflicher als andere Fleischgerichte, nur weil es sich um kleine putzige Fellknäule handelt.

Banos

Baños de Agua Santa liegt am Fuße des sehr aktiven Vulkans Tungurahua im oberen Pastaza-Tal. Es ist ein beliebter Wallfahrts- und Kurort.

Eine willkommene Entspannung nach den doch recht kalten Anden bietet das Baden in den heißen Quellen von Banos.

Pastaza Schlucht

Der Pastaza ist ein bedeutender Nebenfluss des Amazonas, auch uns begleitet er von Banos hinunter ins Amazonas-Tiefland, dem Oriente.

Am oberen Rio Napo

Der Río Napo ist ein 1.480 Kilometer langer Fluss, der Francisco de Orellana in Peru in den Amazonas mündet. Der Napo wurde 1541 unter Führung von Francisco de Orellana bis zum Amazonas vollständig befahren.

Am Morgen besichtigten wir den ethnobotanischen Park Omaere in Puyo, bevor uns unser Weg weiter nach Tena führte.

Nach einer Übernachtung in Tena ging es weiter zur Auffangstation Fatima, die sich um kranke oder beschlagnahmte Tiere kümmert.

Unsere erste Lodge im Amazonasbecken waren die Cabañas Amarongachi, direkt am Rio Jatunyacu gelegen, einem Nebenfluss des Rio Napo. Noch nicht richtig in der Lodge eingelebt, wurden wir auch direkt in große LKW-Reifen gesetzt und den Fluss hinunter geschickt. Da der Wasserstand ziemlich niedrig war, musste man aufpassen, dass man mit dem Hinterteil nicht zu tief kam und aufsetzte. Bei einer kleinen abendlichen Expedition entdeckten wir in der Nähe der Lodge auch gleich ein Prachtexemplar von Spinne. Die hohe Luftfeuchtigkeit bietet ideale Bedingungen für Orchideen.

Eine der verschiedenen Aktivitäten war eine Wanderung mit Wasserfall klettern, begleitet wurden wir von unserem Lodge-Chefs und drei Jungs aus seiner Familie. Während die Jungs die ganze Wanderung barfuß absolvierten hatten wir Gummistiefel bekommen, die auch regelmäßig voll liefen und geleert werden mussten, ansonsten aber bequem waren.

Ein Ausflug ging zu der Auffang- und Auswilderungsstation AmaZOOnico, die sich um verletzte oder beschlagnahmte Tiere kümmert und versucht diese wieder auszuwildern.

Unsere zweite Lodge im Oriente waren die Cabañas Shangrila auf steilen Felsklippen 100 m über dem Rio Anzu gelegen, einer wunderbaren Aussicht auf den Fluss. Je nach Wasserstand ändert sich die Schwierigkeit beim Rafting auf dem Fluss. Unsere Rafting-Tour war sehr spaßig, bei eher ruhiger Fahrt sorgten unsere Tourguides für die Unterhaltung.

Wir hatten Glück, dass wir den Oriente wieder verlassen konnten, denn in der ganzen Region hatte man sich entschlossen zu streiken und hat kurzerhand Gräben gebuddelt und so die Straßen unpassierbar gemacht. Aber unsere Reiseleiter hatten alles organisiert, so dass uns auf der anderen Seite des Grabens unsere neue Fahrgelegenheit erwartete.

Über die Anden zur Küste

Auf dem Rückweg aus dem Oriente, wieder entlang des Rio Pastaza, machen wir noch halt und wandern zum Teufelskessel - Pailon del Diablo, einem Wasserfall der sich in einen Kessel ergießt.

Der Tungurahua ist ein recht aktiver Vulkan bei Banos. Auf dem Weg nach Riobamba sehen wir beim Zurückblicken, dass ab und zu eine dunkle Wolke aus ihm aufsteigt.

Die Zugfahrt von Riobamba zur Teufelsnase Naris del Diablo ist eine beliebte Touristenattraktion. Während diese Strecke früher eine wichtige Verbindung vom Hochland zur Küste war, ist die Strecke nach der Teufelsnase nicht mehr befahrbar und der Zug fährt nur noch für die Touris. Beliebt ist es bei der Fahrt auf dem Dach der Wagons mitzufahren.

Guayaquil

Guayaquil ist die Hauptstadt der ecuadorianischen Provinz Guayas und die größte Stadt und wichtigster Hafen in Ecuador. Guayaquil ist knapp doppelt so groß wie die Hauptstadt Quito. Von Guayaquil gibt es die besten Verbindungen zu den Galapagos Inseln. Auch ich mache erst mal einen Abstecher nach Galapagos bevor ich mir die Stadt genauer ansehe.

In den letzten Jahren wurde in Guayaquil viel renoviert und Herausgeputzt, zum Beispiel die Uferpromenade Malecón 2000. Natürlich darf hier, wie in fast ganz Südamerika nicht ein Denkmal für Simon Bolívar fehlen. Hier ist es ein gemeinsames von Bolivar und San Martín.

Der Cerro Santa Ana ist ein beliebtes Ausflugziel in Guayaquil. Auch hier wurde gründlich renoviert. Hat man den Aufstieg auf den Cerro Santa Ana geschafft, es sind 444 durchnummerierte Stufen, sieht man nicht nur den alten Leuchtturm, sondern hat einen Blick über ganz Guayaquil (aber der Leuchtturm ist schöner).

In ganz Guayaquil gibt es immer wieder kleine Parkanlage. Dieser Park in der Nähe meines Hotels wimmelt nur so von Leguanen.

Galapagos

Isla Baltra

Wie alle Besucher, die mit dem Flugzeug anreisen, so landen auch wir auf der Insel Baltra, auf der sich außer dem Flugplatz und ein paar Souvenirständen nichts befindet. Mit dem Bus und der Fähre geht es nach Puerto Ayora auf der Insel Santa Cruz.

Isla Santa Cruz

Puerto Ayora

Puerto Ayora ist der Ausgangspunkt für die meisten Galapagos-Kreuzfahrten, aber meine Rundreise bleibt an Land und konzentriert sich auf die beiden Inseln Santa Cruz und Isabela.

Das Hostal ist sehr schön gelegen, mit einer wunderbaren Aussicht auf den Yachthafen, direkt vom Zimmer aus.

Unser erster Ausflug zum Strand an der Tortuga Bay bietet auch ein Blick auf Puerto Ayora von oben.

Tortuga Bay

An der Tortuga Bay gibt es einen kilometerlangen weißen Sandstrand, den man außer mit den verschieden Tieren mit kaum jemanden teilen muss. Wie überall auf Galapagos haben auch hier die Tiere kaum Scheu und lassen sich gerne fotografieren.

Charles Darwin Station

Ein Besuch der Charles Darwin Station ist bei einem Galapagosbesuch natürlich obligatorisch.

Neben der Aufzucht der verschiedenen Riesenschildkrötenarten, werden auch andere andere Tiere der Inseln gezeigt.

Das Schildkrötenmännchen George ist der letzte Überlebende seiner Art. Paarungsversuche mit anderen Weibchen waren bisher erfolglos, so dass mit ihm auch seine gesammte Art verschwinden wird. Leider ist Lonesome George inzwischen 2012 im Alter von ca. 100 Jahren gestorben.

Isla Isabela

Puerto Villami

Isabela ist die größte Insel des Archipels und wurde nach der spanischen Königim Isabella I. benannt. Unsere Unterkunft war direkt am Strand von Puerto Villamil.

Sierra Negra

Mit dem Pferd führte uns ein Ausflug in die Sierra Negra, einem riesigen Vulkankrater, der an mehreren Stellen dampft. Immer wieder sieht man kleine Lavatunnel. Sie entstehen, wenn ein Lavastrom außen erstarrt und der flüssige Kern herausläuft und einen Hohlraum hinterlässt.

Der Vulkan Chico ist noch recht aktiv und erstrahlt in den verschiedensten Farben.

Las Tintoreras

Bei Porto Villamil

Zurück auf Santa Cruz

Ausflug nach Isla Plaza Sur